Verein für Natur- und Vogelschutz Reinach

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Aktuelles

Winterausflug zum Gwild, Rheinfelden, 3. Dez.

 

Weissstorch Chronik 2017

 

 

21. Februar

Meldung von Walter Schluep, Erlenhof, dass eben ein Storchenpaar eingetroffen ist und sich auf dem letztjährigen Horst niedergelassen hat. (IR)

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2. März

 

Besuch beim Erlenhof. Das Storchenpaar futtert auf der Wiese unterhalb des Horsts. Dem eifrigen Schlucken zufolge scheinen da auch grössere Happen zu finden sein. Es handelt sich wiederum um einen beringten und einen unberingten Storch. Der beringte Storch trägt die Nummer SH 217 HES! Erfreulicherweise ist also mindestens der beringte Storch derselbe wie im letzten Jahr. Das unberingte Individuum möglicherweise ebenfalls? Wäre schön, dann hätten beide gut überwintert und die Gefahren des Zuges gemeistert. Ob die letztjährigen Jungvögel SK 353 HES und SK 354 HES noch am Leben sind, ist mehr als fraglich. "Storch Schweiz" schreibt im Bulletin No 46 2016/2017 zur generellen Überlebensrate von Jungstörchen: "Nur 13 (18%) der 72 als Nestlinge besenderten Vögel überlebten das erste Jahr, nur 9 (12%) waren nach den ersten zwei Jahren noch am Leben. Fünf Jahre nach der Besenderung lebten gerade noch 7 Vögel (10%)." Diesen Zahlen kann man entnehmen, wie wenige der unerfahrenen Jungstörche schliesslich am Leben bleiben. Unter diesem Aspekt dürfen wir uns glücklich schätzen, dass SH 217 HES wieder bei uns ist. Dieser Storch wurde im Jahr 2013 in Binningen geboren. Er ist also erst vier Jahre alt. Unsere letztjährigen Jungstörche wurden nur beringt und nicht mit einem Sender ausgestattet. Ihr Weg lässt sich also leider nicht nachverfolgen; es sei denn die Ringnummern SK 353 oder 354 werden bei einem toten Storch gefunden und eingeschickt oder erfreulicher - irgendwo abgelesen und gemeldet. (IR)

13. März

 

Beide Störche stehen bei meiner Ankunft im Nest und putzen sich. Nach einer Weile fliegen beide nach links in Richtung der grossen Felder, wahrscheinlich um zu fressen. Sie kehren aber nach kurzer Zeit eilig auf den Horst zurück und klappern beide mit den Schnäbeln. Grund: Über dem Horst nähert sich eine Gruppe von sieben fliegenden  Störchen. Sie kreisen eine Weile bis sie dann weiter ziehen in Richtung Aesch. Ziemlich offenkundig prüften sie mit Interesse den Horst mit dem klappernden Paar. Es gilt also, das Nest im Auge zu behalten und zu verteidigen! (IR)

18. März

 

Schon von weitem sehe ich, dass sich beide Störche auf dem Horst aufhalten. Ich beobachte sie eine Weile bis sie plötzlich beide in Richtung Aesch davonfliegen. Ich folge ihnen mit dem Fernglas und bemerke, dass ein weiteres Paar auf dem Metallhorst beim Dorfbach steht. Sie erheben sich in die Luft, als sie "unsere" beiden sich nähernden Störche bemerken. Während das ansässige Paar jetzt auf dem Metallhorst landet, zieht das fremde Paar noch ein paar Kreise und verschwindet dann. Weissstörche sind ja eigentliche Kolonienbrüter, aber unser Paar scheint ein grossräumiges Revier zu beanspruchen. Es ist interessant festzustellen, dass der Weissstorchen-Zug voll im Gange ist und offensichtlich nach freien Horsten Ausschau gehalten wird. Ich vermute, dass der Metallhorst beim Dorfbach als nächster Nistplatz besiedelt wird. Wäre spannend! (IR) 

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21. und 26. März

 

 Unser "Hoffotograf" Toni Dürrenberger (TD ) machte unseren Störchen seine Aufwartung. Er hat keine besonderen Vorkommnisse festgestellt, aber schöne Bilder gemacht, von denen wir eine Auswahl auf unserer Homepage zeigen. (IR)

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6. April

Die Eier sind offenbar gelegt und die Brut hat begonnen! Bei meiner Ankunft sitzt der eine Storch im Horst und erhebt sich auch nicht, als Partner  SH 217 HES von Süden herkommend das Nest anfliegt. Man begrüsst sich mit kurzem Schnabelklappern. SH 217 HES bleibt im Horst stehen bis ich nach 15 Minuten die Beobachtung abbreche. (IR)

 

9. April

Bei meiner heutigen Exkursion bemerke ich einen Storch auf dem Acker im Hintern Schlatt. Kurze Zeit später fliegt er weg in Richtung Erlenhof. Ich vermute, dass es sich um einen unserer Störche handelt. Etwas weiter nördlich angelangt, jetzt mit Sicht von der Anhöhe aus auf den Horstbaum stelle ich fest, dass der brütende Storch sich eben erhebt, die Eier kehrt, die Glieder streckt und eine kurze Gefiederpflege vornimmt, bevor er sich wieder setzt. Der zweite Storch steht etwas unschlüssig im unteren Nest (sieht fast nach Meinungsverschiedenheiten aus), harrt dort eine Weile aus und fliegt dann wieder davon in Richtung Schlatthof. Wahrscheinlich kehrt er wieder auf den Acker zurück und hat zwischendurch nach seinem brütenden Partner geschaut. Heute ist es an der Sonne ganz schön heiß. Der brütende Storch ist der prallen Sonne voll ausgeliefert und sitzt bei meiner Ankunft beim Erlenhof mit geöffnetem Schnabel im Nest. Vögel schwitzen bekanntlich nicht. Sie regulieren ihre Körpertemperatur, indem sie den Schnabel öffnen und hecheln, also ähnlich wie Hunde. (IR)

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15. April

Von der Anhöhe im Hintern Schlatt schaue ich durch das Fernglas auf den Horstbaum. Ein Storch scheint im Nest zu stehen und Gefiederpflege zu machen. Als er sich nicht – wie erwartet – wieder setzt, bin ich beunruhigt. Vom Partner ist in der Umgebung nichts auszumachen. Ich schwinge mich also aufs Rad, um näher zum Horst zu fahren und hoffe unterwegs, dass sich die Situation bei meiner Ankunft geändert hat. Dem ist aber nicht so. Auch nach einer halben Stunde erscheint der Partner nicht. Ich befürchte, dass ihm etwas zugestossen ist. Möglicherweise wartet der brütende Storch schon lange auf Ablösung, hat Hunger und ist hin und her gerissen, ob er die Eier im Stich lassen soll.  Was auch immer geschehen ist, die nahen Hochspannungsleitungen sind eine ständige Bedrohung. Der Stromtod ist die häufigste Todesursache für erwachsene Störche. (IR)

 

17. April

Nein, es sieht nicht gut aus. Ich treffe den einen Storch heute stehend und schlafend im Horst an. Vom Partner nirgends eine Spur. Ich drehe mit dem Rad noch eine Schlaufe zum Schlatthof. Von der Anhöhe aus entpuppen sich alle weissen Flecke in den Wiesen und Äckern als freilaufende Hunde. Wäre der Partner noch vorhanden, würde er sich im Umfeld des Horsts aufhalten. (IR)

 

20. April

Es ist SH 217 HES, also unser beringter Storch, der im Nest steht. Vom unberingten Individuum keine Spur. Walter Schluep vom Erlenhof meldet auf meine Nachfrage, dass es kürzlich am Horst Streit mit einem dritten Storch gegeben habe.  Er meint, vielleicht habe dieser das Weibchen entführt? Irgend etwas ist geschehen, was genau wissen wir nicht. Ich kann nicht glauben, dass sich der eine Partner aus dem Staub macht, wenn die Bebrütung der Eier bereits begonnen hat. Wegen der grossen Höhe des Horsts, hatten wir keine Sicht auf Eier, also keine Garantie, dass ein Gelege vorhanden war. Aber das Verhalten seit Anfang April (IR) wies deutlich auf eine Bebrütung hin. (IR)

 

21. April

Bei der heutigen Vogelkartierung habe ich mit dem Feldstecher von ca. 1km aus das leere Storchennnest beim Erlenhof gesehen. In der Nähe der Strommasten südlich des Nestes suchte ein einzelner Storch nach Nahrung. Das dürfte 217 HES gewesen sein. (DiP)

 

22. April

Das Nest ist nicht besetzt.  Verschiedene Kulturen in der nahen Umgebung sind frisch gemäht worden. Das bietet sich als gute Nahrungsquelle an und dementsprechend eifrig kreisen die Schwarzmilane über diese Wiesen. Wäre unser SH 217 HES noch anwesend, so hätte ich ihn beim Futtersuchen hier angetroffen. Er ist aber nirgends zu entdecken. So werden wohl in diesem Jahr in Reinach keine jungen Störche beringt und fliegen in die weite Welt. Nach dem Bruterfolg vom letzten Jahr ist dies eine unerwartete Enttäuschung und macht mich etwas traurig. Es bleibt die Hoffnung auf eine Rückkehr im nächsten Frühling. (IR)

 

24. April

Es besteht noch Hoffnung! Ob die Kälte nun etwas verändert hat, weiss ich nicht. Ich kann auch nicht sicher sagen, ob die Störchin am Brüten ist. Ich war heute um 19.40h bei den Störchen und da stand SH 217 HES auf dem Nest und ich glaube gesehen zu haben, wie kurz der Kopf der Störchin über das Nest schaute. Um 19.56h flog der Storchenmann vom Nest und ging Richtung Heutrocknungsanlage auf Futtersuche. (TD)

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29. April

Brüten sieht anders aus! Ich komme eben zurück von einem Besuch bei den vermeintlichen Erlenhof-Störchen – jedoch, das Nest war leer! Nirgends die Spur eines Storches zu erblicken, so radelte ich westlich auf die Höhe, um das Gelände besser überblicken zu können. Und siehe da, in der Ferne beim Schlatthof auf einem Acker in der Nähe der Angus-Rinder sah ich einen Storch kurz auffliegen. Also nichts wie hin. Ich hatte nur das Fernglas dabei, ahnte aber einen Ring an seinem rechten Bein.Das könnte SH 217 gewesen sein, aber wo bleibt der zweite? (IR)

 

3. Mai

Heute um 19.50h beim Erlenhof. SH217 steht allein im Nest, doch hat er offensichtlich die Hoffnung nicht aufgegeben, eine Partnerin zu finden – er balzt und klappert nach wie vor, siehe Bilder. Das Licht war sehr diffus und darunter hat die Bildqualität gelitten. Doch mich interessiert vor allem das Verhalten von SH217. Noch ist nicht alles verloren. (TD)

 

16. Mai

Heute hat auf der Nistplattform an den Gärten ein Storch geklappert. Über der Pferdekoppel flogen oben noch zwei andere und ein vierter ist in der Wiese zum Fressen gelandet (IS)

Bei meinem heutigen Besuch beim Erlenhof stellte ich mit Enttäuschung fest, dass das Nest beim Pferdekoppel leer stand wie auch schon vor zwei Tagen.  Doch auf der Rückfahrt bemerkte ich ebenfalls, dass die Nistplattform an den Gärten durch den Storch HSE SH477 besetzt ist, und zwar befindet er sich eindeutig in  Balzstimmung. HSE SH477 scheint aus Altreu zu stammen, also der von Storchenvater Max Bloesch gegründeten ersten Storchenaufzucht-Station in der Schweiz (1948). Wo befindet sich SH217? (TD)

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28. Mai

Heisses Sommerwetter. Es sind keine Störche mehr beim Erlenhof anzutreffen. Meine Erkundigung bei Walter Schluep, Erlenhof, ergibt, dass sich SH 217 immer wieder alleine beim Horst und in der Umgebung aufgehalten hat. Er wird sich im August auf die Reise in den Süden begeben und hoffentlich im Frühling 2018 an seinen alten Horst mit einer neuen Partnerin zurückkehren. (IR)

 

8. Juni

Nachtrag:

Meldung von Walter Schluep, Erlenhof, dass ein toter Storch auf dem Gelände des Erlenhofs aufgefunden worden ist (beringt am 4.6.2009 mit Nummer SE 804, Kirchendach Biel-Benken).  Er ist Opfer der Stromfreileitung beim Eingang des Erlenhofs geworden. Wir treten in Kontakt mit der Elektra Birseck EBM, um abzuklären, ob eine Gefahrenentschärfung bei besagter Freileitung möglich ist. Dabei werden wir durch die Vogelwarte Sempach unterstützt. Detaillierte Verhandlungen werden nach der Sommerferienzeit im Herbst aufgenommen. (IR)

 

 

 

 

 

(IR) Irene Rüegg
(TD) Toni Dürrenberger
(DiP)  Fabio Di Pietro
(IS) Ines Schauer

 

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